Ocean Acidification
MSM142 – Wer sind wir und warum sind wir im Frühling hier?
English version below
Für viele Menschen war es schwer zu verstehen, warum man im Frühjahr so weit nach Norden in die Labradorsee reist, um dort Forschung zu betreiben. Das Leben an Bord ist anstrengend und wird durch die harschen und schnell wechselnden Wetterbedingungen zusätzlich erschwert, was besonders den Einsatz unserer Forschungsgeräte kompliziert macht.
Worum geht es also bei unserer Expedition?
Diese Forschungsreise verfolgt zwei Hauptziele: die Untersuchung kleinräumiger Strukturen im Ozean und die Beobachtung großräumiger Meeresströmungen.
In den letzten Jahren haben Wissenschaftler erkannt, dass kleinräumige Strukturen im Ozean, wie Wirbel und Fronten, eine sehr wichtige Rolle spielen. Sie können starke Veränderungen in Temperatur und Salzgehalt verursachen, aber auch in anderen Eigenschaften wie Chlorophyll und dem Export von Kohlenstoff. Während dieser Fahrt nutzen wir eine Reihe von Instrumenten, um diese Strukturen detailliert zu beobachten und besser zu verstehen, wie sie funktionieren.
Das zweite Ziel besteht darin zu untersuchen, wie sich die Meeresströmungen im Atlantik im Laufe der Zeit verändern. Ein zentraler Bestandteil davon sind Langzeitbeobachtungen am 53°N-Observatorium. Dort betreiben wir sieben Verankerungen, lange Kabel, die am Meeresboden befestigt und mit Instrumenten ausgestattet sind, welche Temperatur, Salzgehalt, Sauerstoff und Strömungsgeschwindigkeit messen. Alle zwei Jahre bergen wir diese Verankerungen, sammeln die Daten ein und setzen sie anschließend erneut aus, damit die Messungen fortgeführt werden können.
Eine solche Expedition benötigt lange Vorbereitungszeit und einiges an Organisation auf See, deshalb habe ich unserem Chef-Wissenschaftler einige Fragen gestellt:
Wann haben die Vorbereitungen für die Expedition begonnen? Und wie lief das ab?
Der Antrag für diese Forschungsreise wurde bereits 2023 eingereicht. Darin wurden die Motivation, die Forschungsfragen und der Plan beschrieben, die Reise 2025 durchzuführen. Letztendlich wurde sie dann für 2026 angesetzt.
Die detaillierten Vorbereitungen begannen ungefähr ein Jahr im Voraus, also etwa im April 2025. Die Planung einer Forschungsreise umfasst mehrere Schritte. Wir müssen die Logistik organisieren, entscheiden, wer Teil des wissenschaftlichen Teams sein wird, und die wissenschaftlichen Arbeiten planen, die wir durchführen möchten. Und natürlich gehört auch eine ganze Menge Papierkram dazu
Wann entstand die Idee, die Expedition im Frühling und nicht wie üblich im Sommer durchzuführen?
Die Idee entstand bei einem Projektantrag, den ich 2022 geschrieben habe. Er beinhaltete eine Forschungsfahrt zur Untersuchung kleinräumiger Ozeanstrukturen und ihrer Verbindung zur Frühjahrsblüte in der Labradorsee. Da wir speziell an der Frühjahrsblüte interessiert waren, war es wichtig, zu dieser Jahreszeit hier zu sein.
Das bedeutete, die Reise im Frühling zu planen, obwohl uns bewusst war, dass die Bedingungen schwieriger sein können als im Sommer. Aber wenn ich es noch einmal machen müsste, würde ich vorher einen Wetterbericht suchen, der einen deutlich ruhigeren März und April verspricht.
Was findest Du daran am interessantesten?
Hier draußen mitten im Ozean zu sein und die Daten, die wir sammeln, in Echtzeit zu betrachten. Es hat etwas ganz Besonderes, wenn die Messungen hereinkommen und man weiß, dass man den Ozean genau in diesem Moment beobachtet.
Wie werden die Entscheidungen zwischen Dir und dem Kapitän getroffen – in Bezug auf Wetter, Forschung und Sicherheit? Wann treffen Ihr euch? Und wie oft?
Von Anfang an haben wir vereinbart, etwa 36 Stunden im Voraus zu planen, angesichts des Umfangs der Arbeiten und der oft schwierigen Wetterbedingungen. Falls nötig, passen wir den Plan anschließend an.
Wir treffen uns jeden Morgen, ohne feste Uhrzeit, um gemeinsam den Wetterbericht anzuschauen und zu entscheiden, was machbar ist und was nicht. Bisher hat dieses Vorgehen sehr gut funktioniert. Gelegentlich mussten wir Arbeiten kurzfristig abbrechen, aber wir konnten uns immer anpassen, ohne viel wertvolle Forschungszeit zu verlieren.
Läuft die Expedition bisher wie geplant? Falls nicht, worin unterscheidet sie sich?
Die Daten, die wir bisher gesammelt haben, haben meine Erwartungen bereits übertroffen besonders angesichts der schwierigen Wetterbedingungen. Wir konnten sehr viel erreichen, und das liegt vor allem an der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen der Schiffscrew und dem wissenschaftlichen Team an Bord.
Alle waren sehr flexibel und unterstützend, was es uns ermöglicht hat, uns schnell anzupassen und die verfügbare Zeit bestmöglich zu nutzen.
Tipp Nummer 1 für die Arbeit bei 10 Beaufort und 6 Meter hohen Wellen?
Immer eine Hand fürs Schiff und eine für die Wissenschaft
MSM142 – Who are we and why are we here in spring
For many people, it was difficult to understand why one would travel so far north to the Labrador Sea in spring to conduct research. Life on board is exhausting and made more challenging by harsh and rapidly changing weather conditions, which especially complicate the deployment of our research equipment.
So what is our cruise about?
This research cruise has two main goals: studying small-scale ocean features and monitoring large-scale ocean currents.
In recent years, scientists have realised that small-scale features in the ocean such as eddies and fronts play a very important role. They can create strong changes in temperature, salinity, and also in other properties like chlorophyll and carbon export. During this cruise, we use a range of instruments to observe these features in detail so we can better understand how they work.
The second goal is to study how ocean currents in the Atlantic are changing over time. A key part of this is long-term observations at the 53°N observatory. There, we maintain seven moorings long cables anchored to the seafloor and equipped with instruments that measure temperature, salinity, oxygen, and current velocity. Every two years, we recover these moorings to collect the data and then redeploy them to continue the measurements.
Such a cruise needs a long time of preparation and organisation during the cruise, so I asked our Chef Scientist a few questions:
When did you start preparing for the cruise? And how was that going?
The proposal for this cruise was submitted in 2023, which includes motivation and the research questions, with the plan to carry it out in 2025. In the end, it was scheduled for 2026. The detailed preparation really started about a year in advance, around April 2025.
Planning a research cruise involves several steps. We have to organise the logistics, decide who will be part of the science team, and plan the scientific work we want to carry out. And, of course… quite a bit of paperwork
When did you come up with the idea to have the cruise in spring, and not as usually in summer?
The idea goes back to a proposal I was writing in 2022. It included a cruise to study small-scale ocean features and how they are connected to the spring bloom in the Labrador Sea.
Since we were specifically interested in the spring bloom, it was important to be here at that time of year. That meant planning the cruise in spring, even though we knew that the conditions can be more challenging than in summer. But if I would have to do it again, I would look in the weather forecast in advance for a much calmer March and April.
What do you find the most interesting about it?
Being here, in the middle of the ocean, and looking in real-time at the data we are collecting. There is something quite special about the measurements coming in and knowing you are observing the ocean as it happens.
How are the decisions made between you and the captain, in terms of weather, research and safety? When do you meet? And how often?
From the beginning, we agreed to plan about 36 hours ahead, given the scope of the work and the often-challenging weather conditions. We then adjust the plan if needed.
We meet every morning, without a fixed time, to look at the weather forecast and decide together what can be done or not.
So far, this approach has worked very well. We have occasionally had to stop operations at short notice, but we have always managed to adapt without losing much valuable science time.
Is the cruise as you have planned it so far? If not, how does it differ?
The data we’ve collected so far has already exceeded my expectations, especially given the challenging weather conditions. We’ve been able to achieve a lot, and this is mainly thanks to the excellent collaboration between the ship’s crew and the scientific team on board.
Everyone has been very flexible and supportive, which has allowed us to adapt quickly and make the most of the time available.
Number 1 Tipp for working at 10bft and 6 meters waves?
Always keep one hand for the ship, and one for the science